Grüngürtel Offenburg

Fast zwei Kilometer erlebbare Stadtgeschichte – umrahmt von attraktiven Grün- und Erholungsflächen

Die historische Stadtmauer Offenburgs mit ihren zugehörigen Grünflächen ist aufgrund ihrer Erholungs- und Freizeitfunktion ein besonders schützenswertes Gebiet der Innenstadt. Wie ein grünes Band legt sich dieser sogenannte Grüngürtel um die Innenstadt und sorgt mit seinen erfrischenden Grün- und Freiflächen für ein vielfältiges Stadtbild. Um diesen wichtigen Stadtraum als wertvolles Kulturdenkmal zu schützen und als vielseitig nutzbaren Grünraum weiterzuentwickeln, startet im Oktober das Projekt Grüngürtel als neue Maßnahme im Innenstadtprogramm GO OG.

Im Rahmen eines Planungsverfahrens soll eine Leitidee für die Umgestaltung des Grüngürtels erarbeitet und gleichzeitig konkrete Vorschläge für die Gestaltung und Nutzung der unterschiedlichen Abschnitte des Grüngürtels gemacht werden. Wesentliches Ziel ist es dabei, den Grüngürtel mit der Stadtmauer als historische Gesamtanlage deutlicher im Stadtbild herauszustellen und zu einem erlebbaren Teil der Offenburger Stadtgeschichte fortzuentwickeln. Neben der Sanierung der einzelnen historischen Mauerabschnitte wird die Umgestaltung insbesondere mit einer umfassenden gestalterischen und funktionalen Aufwertung der vorgelagerten Grünflächen einhergehen.

 

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Ziele und Schwerpunkte des Projekts

Die Umgestaltung  des Grüngürtels hat eine qualitative Aufwertung und Stärkung des historischen Innenstadtraums zum Ziel und soll eine vielseitig bespielbare, grüne Fläche entlang der Stadtmauer schaffen. Dadurch entstehen innenstadtnahe Räume für Erholung und Freizeit, so dass auch die Nutzungsvielfalt der Innenstadt gefördert wird.

Insbesondere die Belebung des sozialen Miteinanders und die Entstehung neuer, innovativer Spielflächen sowie generationenübergreifender Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt sollen bei der Umgestaltung im Mittelpunkt stehen. Die konkrete Umsetzung solcher Bereiche soll dabei zunächst im östlichen, an den Bahngraben angrenzenden Teil des Grüngürtels zwischen Zauberflöte-Brücke und Gustav-Rée-Anlage stattfinden. Das Gesamtmotiv des Erlebens und Spielens wird sich jedoch im Zuge der Umgestaltung auch an anderen Stellen im Grüngürtel  wiederfinden.

Auch die gestalterische Aufwertung der Innenstadteingänge bildet einen Schwerpunkt des Projekts. Während in der östlichen Innenstadt durch die Neugestaltung des Lindenplatzes und der Lange Straße der Mehrwert innovativer Umgestaltungsmaßnahmen bereits sehr deutlich wurde, soll bei der Umgestaltung des Grüngürtels solch ein gestalterischer Mehrwert insbesondere im Bereich des derzeit stark von Verkehr geprägten Stadtbuckels geschaffen werden. Neben den gestalterischen Aspekten zeigt sich an dieser Stelle auch die stadtklimatische Bedeutung der schützenswerten Grünflächen des Grüngürtels: Eine Neugestaltung kann hier die negativen klimatischen Auswirkungen der Überwärmung in der stark überbauten Altstadt deutlich verringern.

Planungsverfahren und Beteiligungsprozess

Um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und aktiv in die Umgestaltung des Grüngürtels einzubinden, wurde ein Planungsverfahren erarbeitet, das eine Beteiligung der Bürgerschaft und den Austausch mit den teilnehmenden Fachbüros kontinuierlich während des Verfahrens ermöglicht.

Zunächst sollen bereits vor dem Versand des endgültigen Auslobungstextes an die teilnehmenden Planungsbüros Anregungen aus der Bürgerschaft im Rahmen eines öffentlichen Stadtspaziergangs entlang des Grüngürtels gesammelt werden. Dieser findet im Oktober 2019 statt. Die Ideen der Bürgerinnen und Bürger werden in einer schriftlichen Dokumentation festgehalten, die als Teil der Auslobung ebenfalls an die Planungsbüros weitergegeben wird.

Die tatsächliche Entwurfsentwicklung zur Umgestaltung des Grüngürtels soll in Form eines so genannten kooperativen Workshop-Verfahrens mit fünf konkurrierenden Büros geschehen. Das Verfahren besteht dabei aus zwei Phasen:

In der ersten Phase erarbeiten die Büros auf Grundlage der Auslobung und der Anregungen aus der Bürgerschaft grundsätzliche Entwurfsansätze und erste Leitvorstellungen für die Umgestaltung des Grüngürtels. Ihre konzeptionellen Ideen und Entwürfe stellen sie dann im Rahmen eines öffentlichen Workshops vor und erläutern diese den interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern des späteren Preisgerichts.

Die dort eingebrachten und dokumentierten Anregungen fließen anschließend im Rahmen der zweiten Bearbeitungsphase weiter in die Entwurfsüberlegungen der Büros ein. Die zweite Phase vertieft somit die konzeptionellen Ansätze für eine gesamthafte Leitidee. Gleichzeitig soll die Planung für den vorgegebenen ersten Realisierungsabschnitt am Bahngraben detailliert ausgearbeitet werden.

Nach Abschluss des Wettbewerbs und mit Beginn des Realisierungsteils werden  weitere Beteiligungsformate stattfinden. Diese sollen sich dann auf die konkrete Planungsidee des Wettbewerbssiegers am Bahngraben fokussieren. Im Hinblick auf Spielflächen ist hier auch die gezielte und aufsuchende Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geplant. 

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